Zoo Berlin
Einweihung des neuen Wirtschaftshofes U. Hahn
364 Tage vom Baubeginn bis zur Einweihung!
Am 30.10.2008 wurde die Einweihung des neuen Wirtschaftsgebäudes gefeiert.
Damit die Investoren des Berliner Riesenrades mit ihrem Projekt beginnen können, räumte der Berliner Zoo seinen bisherigen Wirtschaftshof. In einer im Land Berlin seltenen, nahtlosen und Ergebnisorientierten Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden, den Baufirmen und den Bauherren gelang es in 364 Tagen ein funktionales, aber auch städtebaulich ansprechendes Gebäude zu errichten.
Der Zoo Berlin bedankt sich sehr für diese gute Zusammenarbeit bei allen Beteiligten!In dem Neubau sind so verschiedene Funktionen wie die Tierklinik, die Quarantäne, die zentrale Futterküche, ein Gewächshaus, der Fuhrpark, die Werkstätten, ein großes Kistenlager sowie die Sozialräume für das gesamte Zoopersonal untergebracht.
Insgesamt wurden 324 Betonfertigteile, knapp 800.000 kg Betonstabstahl, fast 1.000 qm Fenster, 200 Innentüren, ca. 28 km Elektroleitungen und beinahe 10 km Rohrleitungen verbaut. Drei Fahrstühle, die bis zu 4 t Tragfähigkeit haben, erlauben die Erschließung der drei Geschosse.
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Zoo Rostock:
Eröffnung einer neuen Pelikananlage K.Jacobi
Historischer Ententeich am Zoo-Eingang Trotzenburg wurde umgestaltet
Am 12.September wurde am Eingang Trotzenburg des Rostocker Zoos eine moderne Tieranlage für Pelikane eingeweiht.
Nachdem die Jahrzehnte lange Haltung von Enten auf dem dortigen Teich auf Grund der Vogelgrippegefahr beendet werden musste, können die Besucher künftig auf der neuen Tieranlage bis zu acht Rosa Pelikane antreffen.
Die Baumaßnahmen für die neue Tieranlage hatten Ende des vergangenen Jahres mit der umfangreichen Renaturierung des historischen Ententeiches begonnen. Es folgten der Bau von Inseln, die mit Baumstämmen verbunden wurden, und der Einbau einer Fontäne. Diese ist einmal natürlich eine Besucherattraktion, gleichzeitig dient sie aber auch der Belüftung und dem Sauerstoffeintrag in den Teich sowie seiner Eisfreihaltung.
Die biologische Reinigung des Teichwassers wird durch eine Umlaufpumpe unterstützt, die Beheizung der beiden Wasserbecken im Tierhaus sowie der Räume erfolgt durch eine Wärmepumpe. Die Grundwärme hierfür wird aus dem Teichwasser gewonnen.
Dafür wurde auf dem Boden des Gewässers ein insgesamt 900 Meter langes Schlauchsystem verlegt. Dieses Verfahren zur Wärmegewinnung durch erneuerbare Energie ist in deutschen Zoos z. Zt. wohl noch einmalig.
Die sechs Rosa Pelikane, die bisher ihr Quartier auf der Stelzvogelwiese hatten, sind kurz vor der Einweihung der Anlage am 12. September zur Eingewöhnung in ihr neues Haus umgezogen.
Die komfortable Unterkunft für die rosa Vogelschar hat eine Gesamtfläche von 80 m², das Badebecken ist 25 m², der Nistbereich mit Futterbecken 30 m² groß. Außerdem gibt einen Besucherbereich der 13,5 m² umfasst.
Im Zusammenhang mit dem Neubau des Hauses wurde die gesamte Außenanlage umgestaltet. Die in den letzten Jahren etwas vernachlässigten Flächen wurden so wieder zu einer interessanten Anlage, auf der man einen kleinen Kräuterwall, einen Futterpflanzenbereich und ein seltenes Wilddahliensortiment ansehen kann. Die umliegenden Rasenflächen wurden in Randbereichen mit Kräutermischungen eingesät, wobei auch Saatgut seltener heimischer Wiesenpflanzen eingebracht wurde.
Für die größeren Rasenbereiche verwendeten wir erstmals das extra schnell keimende Saatgut der Firma Juliwa - Hesa, was dann auch nach einer Woche bereits keimte und
nach 3 Wochen schon einen dichten Teppich bildete (Danke nach Dresden für den Tipp).
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Zoo Dresden
Neue Giraffen- und Zebraanlage Chr. Gäbler
Bauzeit: Mitte Februar 2008 bis Ende August 2008
Größe der Anlage: knapp 3000 m²
Beschreibung:
Die Giraffen- und Zebraanlage befindet sich an der nordwestlichen Grenze des Zoogeländes auf der Fläche der früheren Futtermeisterei. Die Tiere werden vor der natürlich bewaldeten Kulisse des angrenzenden „Großen Garten´s“ präsentiert.
Somit erhält der Besucher den Eindruck einer Weitläufigkeit und naturnahen Tiefe.
Außenanlage:
Die etwa 2000 m² große begrünte und gut strukturierte offene Fläche ist zur Besucherseite mit einem 1,2 m hohen Trockengraben abgegrenzt und bietet somit einen perfekten Blick auf die Tiere.
Nach Süden grenzt die Anlage an das Terrarium, dessen Wand mit stabilen und belaubten Ästen abgeplankt wurde. Die Anlage bietet neben einem, aus Baumstämmen bestehenden Unterstand für Zebras, eine circa 29 m² große Wasserstelle, zwei Sandkuhlen sowie einen natürlichen Futterbaum mit höhenverstellbarer Futterraufe für die Giraffen. Eine große Pflanzinsel sowie die Oberkante des Trockengrabens sind jeweils mit Elektrogras gegen Abfraß gesichert.
Den Besuchern bietet sich neben den Beobachtungsmöglichkeiten auf Bodenniveau zusätzlich das Erlebnis eines Spähbaumes, auf dem sie den Giraffen in Augenhöhe begegnen können.
Gebäude:
Das knapp 400m² große und 9,60m hohes Giraffenhaus ist für Besucher auf zwei Ebenen begehbar.
Hier können die Giraffen in ihrem knapp 142m² großen Laufstall hautnah durch eine 6,50m hohe Glasscheibe beobachtet werden. Von der etwa 3,50m hohen Galerie kann man nicht nur den Giraffen in die Augen schauen, sondern hat ebenfalls die Möglichkeit in die drei Giraffenboxen zu blicken. So kann der Besucher zu jedem Zeitpunkt die Giraffen sehen.
Im unteren Besucherbereich befinden sich zusätzlich drei Themenbezogene Süßwasseraquarien, die viele endemische Buntbarsche der afrikanischen Grabenbruchgewässer zeigen.
Das, für Besucher nicht begehbare, Zebrahaus liegt hinter dem Giraffenhaus und besteht aus einer separaten etwa 100m² großen Heuscheune sowie 11 großen Huftierställen. Zusätzlich sind hier die Technik-, die Sozialräume und die Futterküche untergebracht. Dieses Gebäude ist optimal zur Haltung von Huftieren geeignet und bietet die Möglichkeit zur Unterbringung von diversen Stelzvögeln.
Dresden im Oktober 2008
Zoo Salzburg
Eröffnung eines Haustierzoo´s Esther Strodl
Noch vor den Großen Ferien im Juli wurde der „Arche Zoo“ in Salzburg eröffnet. Bis auf die Gebäude (der Holzrohbau wurde von einer Firma erstellt ) wurde alles von Zoomitarbeitern gebaut.
Im Schweinegehege wurden gegen das Graben und Wühlen der Schweine sämtliche Kanäle und Kabel einbetoniert! Das Gehege selber ist in zwei Stufen angelegt, so bleibt es oben trocken, auch wenn gewühlt wird. Für die Stufe wurde ein langer Baumstamm verwendet. Der Zaun ist auf der Innenseite mit einem verzinkten Gitter gesichert, so können die Kinder nicht hindurch greifen. Eine im Gehege befindliche Kastanie bekam ein Baumschutzgitter.
Die Ziegen und das Geflügel teilen sich eine große Wiese. Dort wurde EM Fußballrollrasen ausgelegt (auf dem vorhandenen Boden). Die EM war ja kurz vorher und der Zoo wurde Nutznießer des übrig gebliebenen Materials. Dieser Rasen wird von den Tieren nicht angerührt! Er ist Anfang November noch genauso schön, wie im Sommer. In der Saison muss er allerdings gemäht werden, weil er sonst nicht mehr belastbar ist.
Der Teich in dieser Anlage ist ein ganz normaler Folienteich mit einer Schutzbetonschicht. Er kann zum Reinigen abgelassen werden. Eine benachbarte Fläche sollte ursprünglich eine Staudenpflanzung bekommen, dieses Jahr wird aber ein Bauerngarten daraus, mit ein paar Blumen für die Besucher. Wir haben auch vor, alte Gemüsesorten anzubauen und mit Infotafeln zu versehen. 2008 hatten wir Mangold und Palmkohlpflanzen geschenkt bekommen. Beides ist erstaunlicherweise relativ unbekannt.
Die Gebäude, die zum „Arche Zoo“ gehören, haben ein grünes Dach. Da werden wir dieses Jahr in den trockenen Bereichen Oregano etc. aussäen.
Im kleineren Haus sind Hasen mit Jungtieren untergebracht, die einen Auslauf haben. Hier legten wir auf das Gras ein Gitter, so kann es nicht bis zum Boden abgefressen werden. Bisher funktioniert das.
Im selben Haus werden auch Eier ausgebrütet und es gibt eine Kükenaufzucht, was für die Besucher natürlich recht spannend ist. Leider haben die Küken ihr Außengehege bereits zerlegt, also nix mit grünem Rasen. Bei diesem Haus mussten wir auch schon nachbessern, da die Sonne zu stark auf die Scheiben scheint und es stark spiegelt, was ja auch in anderen Zoos immer wieder ein Problem ist.
Für die Kinder wurde eine Rutsche in eine nicht sehr professionell angelegte Mauer eingebaut, was ein Fehler war. Die Kinder finden es weit lustiger über die Steine hinaufzuklettern, als den Weg zu benutzen. Die Bepflanzung war innerhalb einiger Tage zerstört und wird in dieser Form wohl auch nicht mehr angelegt.
Wie wir dieses Problem lösen ist noch nicht endgültig geklärt, es wird aber diesen Winter noch passieren.
Da sich der Bereich des „Arche Zoo“ im Sommer sehr aufheizt, pflanzten wir große Apfelbäume (alte Sorten) als Schattenspender. Wir hoffen, dass sie gut anwachsen.
Sämtliche Zäune des Haustierzoos bestehen aus Lärche Die Wegplatten sind aus hellem Kalk gebrochen, den es hier in der Gegend überall gibt und den wir
sehr viel verbauen.
Alles in allem ist es neben den kleinen Fehlern, die inzwischen behoben sind, eine recht gelungene Anlage.
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Neue Schimpansenanlage im Zoo Berlin
Nach vielen Monaten (Um-) Bauzeit ist im ZOO - Berlin eine Anlage für Schimpansen fertig gestellt worden.
Vor dem Umbau wurde die Anlage von Orang Utans bewohnt, war nicht übermäßig ansprechend und hatte einen tiefen Trockengraben. Letzterer wurde nun verfüllt und dem Gehege zugeschlagen.
Einige Quadratmeter wurden durch veränderte Wegeführung gewonnen und die Grundrissfläche ist jetzt ca. 1/3 größer als vorher. Gebaut wurde, wie in den letzten Jahren in Berlin üblich.
Der Besucher kommt recht nah an die Gehege, allerdings mit Gitter (Maschendrahtgeflecht: Edelstahl 8 fach), die Tiere haben dadurch einen flächenmäßigen Zugewinn, allerdings ist der Blick auf die Tiere nun wieder durch die Maschenkonstruktion eingeschränkt.
Im Innenbereich ergab der Umbau für unsere 5 Schimpansen einen beträchtlichen Zugewinn an Fläche, so dass sich die Gesamtgehegefläche verdoppelt hat.
Pflanzentechnisch wurde neben einem Wechsel von hohen und niedrigen Gehölzen mit der Pflanzenwahl versucht, den Besucher von der allzu dichten Kontaktsuche
und -aufnahme abzuhalten. Es wurde auf stachelige Gehölze gesetzt.
Berberitzen in allen Variationen (B. candidula, B. hookerii, B. gagnepainii, B. stenophylla), aber auch Prunus laurocerasus, Pyracantha und Crataegus kamen zum Einsatz. Ergänzt wurde mit Cornus canadensis, Hydrangea, Lonicera und verschiedensten Viburnum.
Die gepflanzten Fargesia-Arten sind nunmehr vollständig abgeerntet, aber noch nicht aus der Erde gezogen, was Hoffnung auf ein Wiedersehen keimen lässt. Die gesamte Außenanlage ist mit anstehendem Bodenmaterial gestaltet worden. Bei der Ansaat habe ich auf einen Dresdner Tipp zurückgegriffen und über die Fa. Juliwa –HESA eine Mischung Anfertigen lassen. Jeweils 20% Lolium perenne SPONSOR und TEMPRANO, Festuca rubra rubra mit 25%, 15% Festuca rubra commutata, 10% Festuca ovina duriuscula und je 5% Melilotus officinalis und Lepidium sativum. Die Anlage steht bis jetzt fantastisch und die Tiere sind ständig mit Suchen und Fressen beschäftigt. Vielleicht ist das eine affentaugliche Mischung und sollte nun noch die Frage nach den Kosten entstehen: Es ist erschwinglich und als Kleinstmenge erhältlich (50 Kg).
Wie heutzutage üblich, konnte der Architekt nicht von Wasserläufen lassen. Das hat zwar teure Unterhaltskosten zur Folge, erfüllt aber in der Anlage die Funktion, „Sprintstrecken“ der Schimpansen zu unterbrechen. Wer die Sprungkraft von Schimpansen noch nicht erlebt hat, sei vorgewarnt – diese ist gewaltig! Allerdings benötigen die Tiere dazu ordentlich Anlauf, dem somit Einhalt geboten wurde. Ich weiß nicht, ob es eine Art natürliche Vorsicht ist, aber die recht flachen Wassergräben werden langsam, geradezu bedächtig, überstiegen.
Entstanden ist das neue Gehege nach Plänen des Architekturbüros Wolfgang Raché in enger Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Garten. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rd. 1,1 Mio Euro und wurden aus Spendenmitteln des Zoologischen Gartens finanziert.
Fotos der neuen Anlage können unter den Fotogalerien betrachtet werden.
Berlin, 22.09.2008
Uwe Hahn
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Tiergarten Nürnberg
- Buntmardergehege -
Das Buntmardergehege im Nürnberger Tiergarten liegt im Bereich des ehemaligen Luchsgeheges und nutzt weiterhin dessen Stallgebäude und eines der beiden überdachten Außengehege. Hauptelement des neuen Buntmardergeheges ist jedoch eine nach oben offene Freifläche von 720 m². Das Gehege ist damit das weltweit größte für diese Tierart.
Eine mächtige Eiche mit einem Stammumfang von über drei Metern und hohe Kiefern konnten in die Anlage integriert werden. Auch die Märzenbecherwiese, die sich im Frühjahr wie ein weißer Teppich ausbreitet, ist nun Bestandteil der Anlage. Vielfältige Strukturen bestimmen das Gehege. Ein Teich mit 100 m² Wasserfläche bildet das zentrale Element und bietet dem Buntmarder, der aus den sibirischen Gebirgswäldern stammt, die Möglichkeit zum Schwimmen und Tauchen. Über Pumpen werden zwei Bachläufe gespeist, wobei der eine außerhalb des Geheges im Besucherbereich entspringt und von dort in das Gehege fließt.
Die Einfriedung läuft durch den Teich. Unter Wasser sind Betonmauerscheiben eingebaut, auf die Glasscheiben mit 90 cm Höhe aufgesetzt wurden. Im Sommer können die Marder zwar bis zur Grenze schwimmen, haben aber dort keine Kante, um sich abzustützen und die Scheiben zu überwinden. Im Winter, wenn das Wasser abgelassen wird, bilden die 1,50 m hohen Mauerscheiben zusammen mit den Glaselementen, die ebenfalls auf 1,50 m erhöht werden können, eine 3 m hohe Barriere, die der Buntmarder nicht überwinden kann.
Zum Schutz der Teichfolie wurde auf diese eine 10 cm starke Betonschicht aufgebracht. Um im Winterhalbjahr bei abgelassenem Wasser dem Besucher keine unnatürliche Betonfläche zu zeigen, wurde in den noch feuchten Beton eine Schüttung aus Sandsteinbruch eingedrückt, der nun eine „natürliche“ Teichböschung bildet. Bermen im Uferbereich machen es auf der Gehegeseite möglich, auch im Winter in zwei Teilflächen das Wasser zu belassen und dort Wasser- und Sumpfpflanzen dauerhaft zu halten. Auf der Besucherseite steht das Wasser ebenso ganzjährig im Teich.
Die Bachläufe sind aus Sandsteinplatten und –blöcken gebaut. Dem stärkeren Bachlauf im Gehege wurde ein von außen unsichtbares Tosbecken vorgeschaltet, um das Wasser beruhigt in den Teich laufen zu lassen. Ebenso wie die Schüttung im Teich und das Material der Bachläufe wurde für die übrige Gestaltung ein frostsicherer Mainsandstein verwendet, der optisch dem anstehenden und den Tiergarten prägenden Burgsandstein entspricht.
Das Gehege selbst ist angereichert mit vielfältigen Strukturen, die dem breiten Verhaltensspektrum der Tiere Rechnung tragen: abgestorbene Bäume, stehend oder liegend, hohle Baumstämme und Wurzelteller geben den Tieren Entscheidungsmöglichkeiten zwischen versteckten und offenen Lagen, zwischen Sonne und Schatten.
Eine besondere Herausforderung war die Einfriedung des Geheges. Die Sprungleistung des Marders machte einen Zaun von 3 m Höhe erforderlich, der mit einem 2 mm dünnen Casanet-Geflecht mit einer Maschenweite von 50 x 25 mm bespannt wurde. Als Überkletterschutz entwickelte der Tiergarten in Versuchen mit dem Marder eine Form, die in etwa den Abweisern bei den Raubkatzen entspricht. 6 mm starke Rundeisen wurden halbkreisförmig im Durchmesser von 40 cm gebogen und im Abstand von 30 mm oberhalb des Geflechtes aufgeschweißt. Bei einer Zaunlänge von rd. 90 m ergaben sich somit knapp 3.000 einzelne Rundstabbögen. Ergänzt wird die Einfriedung durch Elektrozäune.
Auch die Bestandsbäume wurden in großer Höhe mit Abweisern versehen, um die Marder daran zu hindern, über die Baumkronen in den übrigen Tiergartenbereich zu gelangen.
Die Besucher haben ganz verschiedene Einblicke in das Gehege. An drei zentralen Punkten ergeben sich differenzierte Bilder der Landschaft: Im Bereich des Teiches gibt es von einem Holzdeck mit Glasbrüstung den Blick auf Quelle und Bachlauf. Besonders für Kinder interessant ist der „Hochantritt“. Auf 2 m Höhe können hier Erwachsene und Kinder von unterschiedlichen Podesten aus dem Buntmarder in Augenhöhe gegenüberstehen, wenn dieser auf den dicken Ast der Eiche klettert. Im Westen der Anlage gibt der „Waldantritt“ als geschützter und überdachter Bereich den Blick frei auf den Bodenbereich und die ganze Länge der Anlage. Eine 4 m² große Glasscheibe gleicht einem Bilderrahmen. Tisch und Bank ergänzen die Situation und werden von den Besuchern gern genutzt.
Das Konzept der Anlage, das vom Zoodesigner Martin Schuchert stammt, sieht eine möglichst große Einbeziehung der Besucher in den Lebensraum der Tiere vor. Der notwendige Zaun ist möglichst transparent, Gestaltungselemente und Gehegestrukturen wie Sandsteinblöcke, Wurzelstöcke und Totholzbereiche gibt es sowohl innen als auch außen. Durch die Einfriedung im Teichbereich ist die Wasserfläche auch auf der Besucherseite zu finden. Dort entspringt auch der kleinere der beiden Bachläufe und fließt in Form einer flachen Furt quer über den Weg. Ein interessanter Spielbereich für Kinder und Abkühlung für die Füße mancher Erwachsenen. Die Wege sind als wassergebundenen Beläge bzw. aus Holzhackschnitzeln gebaut. Befahrbare Wege haben zudem eine „Tragschicht“ aus Kunststoffgitterplatten. Robinienstämme bilden die Stufen zum Hochantritt. Die Ausführungsplanung der Anlage und die Umsetzung vor Ort übernahm der Zirndorfer Landschaftsarchitekt Urban Führes.
Die Bepflanzung wurde von Paul Stiller, Abteilungsleiter Landschaftsgestaltung des Tiergartens geplant und mit seiner Gruppe umgesetzt. Die Auswahl berücksichtigt sowohl Elemente der sibirischen Herkunft des Buntmarders wie Birken (Betula utilis ‚Doorenbos’ und Betula nana), Gräser und Farne als auch die heimischen Gehölze des angrenzenden Waldbestandes wie Schlehe, Hartriegel, Liguster und Hainbuche. Im unmittelbaren Besucherbereich finden auch blühende Stauden (Hemerocallis) und Gehölze (Felsenbirne, Schneeball) Verwendung. Ergänzt wird die Pflanzenauswahl mit heimischen Wildstauden, Sumpf- und Wasserpflanzen.
Nürnberg, den 21.7.2008